Die Herzogstrasse - historisch

Die Entstehung der Herzogstraße ist eng mit dem  Bau der „Herzogbrücke“ verknüpft. Denn  die Einweihung der Brücke am 1. September 1904, also vor genau hundert Jahren, war der Startschuss für eine rege Bautätigkeit. In kurzer Zeit entwickelte sich die ehemalige Badstraße, in der nur ein einziges Haus gestanden hatte, zu einer beliebten Einkaufsstraße, stellte sie doch die Verbindung vom Bahnhof in die Innenstadt dar. „Es sind hier im Laufe der letzten Jahre eine Anzahl schöner moderner Neubauten entstanden, wodurch der Eindruck, den die Stadt beim Betreten vom Bahnhofe aus macht, wesentlich gehoben worden ist“ stellt der Verwaltungsbericht der Stadt 1910 fest. 

Anfang der 20er Jahre befanden sich in der unteren Herzogstraße neben dem Hotel „Europäischer Hof“ und den beiden Cafés Baumann und Röhrig sieben weitere Geschäfte: zwei Friseursalons (einmal Damen, einmal Herren), eine Möbelschreinerei, ein Korbmacher, die Fahrrad- und Nähmaschinenhandlung Ungering, ein Cigarrenladen, und das „Specialgeschäft feiner Bonbons, Schokoladen und Pralinen“ der Witwe H. Hietbrink. 

Am Ende des zweiten Weltkrieges waren die Klever Innenstadt und auch die Herzogbrücke  fast vollständig zerstört. Die Herzogstraße jedoch hatte als einzige Klever Geschäftsstraße den Krieg weitgehend unbeschadet überstanden und ihre gewachsene historische Bebauung hat sich bis heute erhalten. 

Durch den Bau der Rampenbrücke 1965 und Schließung des Bahnübergangs geriet die Herzogstraße jedoch ins Abseits, verlor ihre Kundenströme und versank in einen Dornröschenschlaf. Erst ab Mitte der 80er Jahre siedelten sich hier wieder junge Geschäftsleute mit neuen Ideen an und hauchten der Straße neues Leben ein. „Seltenes Geschäfts- Biotop im Schatten der großen Einkaufsstraßen“ wurde die Herzogstraße genannt. 

Heute erhält die Klever Unterstadt ein neues Gesicht. Der Autoverkehr soll weitgehend aus der Innenstadt herausgehalten werden. Die Verbindung von der Herzogstraße zum Spoykanal  präsentiert sich in Plänen als Flaniermeile am Wasser und die Herzogbrücke wird wieder zu dem, was Sie vor hundert Jahren war: Das „Tor zur Stadt“.

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